Claus-Peter Lumpp erhält den Eckart-Witzigmann-Preis

Bedeutender Beitrag zur Lebenskultur

Claus-Peter Lumpp, Küchenchef des u.a. mit 3-Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant Bareiss im gleichnamigen Ferienhotel in Baiersbronn, ist am 21. November 2011 im Münchner Lenbach-Haus mit dem Eckart-Witzigmann-Preis ausgezeichnet worden. Es ist der in Deutschland wichtigste Preis, mit dem ein Koch geehrt werden kann. Zusammen mit neun weiteren Preisträgern empfing Lumpp die Auszeichnung aus den Händen des Namensgebers, dem „Kochs des Jahrhunderts“ Eckart Witzigmann.

Alle Preisträger, so machte der deutlich, haben eines gemeinsam: Ihr Schaffen geht weit über das hinaus, was als handwerklich bezeichnet werden kann. Andererseits beherrschen sie ihr Handwerk perfekt und leisten auf seiner Basis einen bedeutenden Beitrag zur Lebenskultur. Witzigmann wörtlich: „Jeder der Preisträger sorgt auf seinem Gebiet dafür, daß aus einem allgemeinen Grundbedürfnis zur Ernährung eine Form der Kultur, der Kommunikation und der Gastfreundschaft wird.“

Die Laudatio auf Claus-Peter Lumpp hielt Ephorus Tobias Küenzlen, Kloster Maulbronn. In einer kurzen launigen Ansprache bewunderte er an Lumpps Kochkunst, daß sie weit darüber hinausgehe, bloß „Große gastronomische Oper“ zu sein. Vielmehr leiste er mit seinem Können und mit seiner Kunst Widerstand gegen die Verzweckung der Natur, wie es der Zeitgeist einer Mißachtung des Tieres als Geschöpf allenthalben zeige. „Gegen diesen Geist leistet Claus-Peter Lumpp mit seiner Kunst Widerstand, weil sich sein Kochen nicht als Virtuosität erschöpft. Er respektiert vielmehr in höchstem Maße das ‚Produkt’ als Lebens-Mittel und ehrt somit Geschöpf, die Schöpfung und den Schöpfer.“

In ähnlichem Sinne äußert sich Eckart Witzigmann in seinem Vorwort zu dem soeben erschienenen zweibändigen Buch von Claus-Peter Lumpp: „Er läßt immer seinen Respekt vorm Produkt, dem Lebens-Mittel, erkennen und schmecken. Die Selbstgefälligkeit und Eitelkeit eines Herd-Artisten, der vor allem sich selber wichtig ist, ist ihm völlig fremd. Seine Küche schmeckt nicht nach Ehrsucht: Schaut her, was ich alles kann. Seine Küche schmeckt danach, glücklich zu machen. Mit diesem Anspruch und Ziel steht Claus-Peter Lumpp am Herd. Das macht ihn nicht nur zum großen Koch. Sondern das ehrt ihn auch als den großen Gastgeber, der er ist.“

 

Baiersbronn-Mitteltal, November 2011

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