Hermann Bareiss und Wolfram Siebeck würdigen Claus-Peter Lumpp

Teamplayer, Marathonläufer, Ausnahmekönner

Dieser November 2011 hatte es in sich für Claus-Peter Lumpp, Küchenchef des Restaurant Bareiss im gleichnamigen Baiersbronner Ferienhotel: Erneut wurde er mit dem 3. Michelin-Stern ausgezeichnet. Er veröffentlichte sein zweibändiges Kochbuch „Claus-Peter Lumpp“. Und er wurde mit dem Internationalen Eckart-Witzigmann-Preis geehrt, in der Republik der für einen Koch bedeutendste Preis. In einer Feierstunde auf dem zum Hotel Bareiss gehörenden historischen Morlokhof würdigte Hermann Bareiss seinen langjährigen Mitarbeiter und Partner für die Konstanz seines Arbeitens und Wirkens. Den Festtoast auf Lumpp hob der Doyen gastronomischer Kritik in Deutschland, Wolfram Siebeck.

Bareiss beschrieb Claus-Peter Lumpp als Teamplayer, dem jedes Star-Gewese um seine Person fremd sei. Er schätze dessen Verläßlichkeit, Eigensinn und Unbeirrbarkeit, die den Ausnahmekönner mit nicht weniger zufrieden sein lasse, als immer alles und immer sein Bestes zu geben. Das habe ihn in beeindruckender Leistungskontinuität auf den Zenit einer Könnerschaft geführt, die ihm Bewunderung und Dank der Gäste, uneingeschränkte Bestätigung der seriösen Kritik und aufrichtigen Respekt der Kollegen eintrage. Über die Jahre hinweg seien Chef und Mitarbeiter, die sich beide nichts geschenkt, aber in Höhen wie Rückschlägen zueinander gestanden hätten, zu Partnern geworden. Der 3. Stern, das Buch, der Eckart-Witzigmann-Preis, all dies belege: „Claus-Peter Lumpp ist bei sich selbst angekommen, ich beglückwünsche Claus-Peter Lumpp zu sich selbst.“

Ähnlich Wolfram Siebeck. Er nannte Lumpp einen Marathonläufer, der unterm Beifall der am Streckenrand stehenden Zuschauer ins Ziel laufe: „Schweißüberströmt, aber als Sieger.“ Mit dem Buch habe Lumpp Mut bewiesen: Kein anderer Koch weltweit, außer Lumpp, habe es bisher gewagt, ein Kochbuch ohne Rezepte herauszugeben: „So wie in diesen Prachtbänden ist das Kulinarische selten oder nie dargestellt worden. Hier hat die Darstellung der Kochkunst eine neue Dimension angenommen.“ Siebeck sprach aber nicht nur von Lumpps außerordentlichem Können, sondern auch von der wichtigsten und schönsten Wirkung, die seine Kochkunst auslöse: Menschen glücklich zu machen.

In seiner Replik auf die Lobreden, erwies sich Lumpp als der Teamplayer, als den Bareiss ihn beschrieben hatte. Er dankte dem Produktionsteam des Buchs, voran dem Fotografen Michael Wissing, dessen Hartnäckigkeit sich der 448-seitige Doppelband mit seinen life und unmittelbar vor dem Service entstandenen Aufnahmen der Gerichte verdanke. Er würdigte den Partner Stefan Leitner, dessen Pâtisserie der zweite Band des Buchs mit Rezepten gewidmet ist. Und ausdrücklich schloß Lumpp in seinen Dank außer der eigenen Brigade auch das Serviceensemble ein, in dem er mit Thomas Brandt als Restaurantleiter und Jürgen Fendt als Sommelier Mitstreiter von unschätzbarem Können und Verdienst habe. Zuletzt dankte er den anwesenden Co-Initiatoren des Internationalen Eckart-Witzigmann-Preises, Otto Geisel und Rainer Knubben, für den im Namen des „Koch des Jahrhunderts“ verliehenen Preis, der für ihn den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere bedeute.


Baiersbronn-Mitteltal, 30. November 2011

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