EU Kommissar Günther Oettinger beim traditionellen Franzosentag im Hotel Bareiss

Alle Jahre wieder, seit 1995, folgen die französischen Freunde und Gäste des Bareiss der Einladung ihrer Gastgeber, den Nationalfeiertag der Grande Nation im Baiersbronner Ferienhotel zu feiern, vom Prix Villégiature zuletzt als „Best Resort in Europe“ ausgezeichnet. 350 Franzosen fanden sich am 14. Juli 2013 auf der Festwiese des Mitteltaler Kurgartens ein, um mit Champagner auf die deutsch-französische Freundschaft anzustoßen, der dieses Traditionsereignis gewidmet ist.

Auffallend viel politische Prominenz war diesmal gekommen. Bei kaiserlichstem Wetter, blauer Himmel also und viel Sonnenschein, sah man u.a. den Président du Conseil Régional, Philippe Richert, den Straßburger Oberbürgermeister Roland Ries, den Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts Ferdinand Kirchhof, den Direktor des deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg, Frank Baasner, die Bürgermeister von Freudenstadt und Baiersbronn, Julian Osswald und Michael Ruf, sowie EU Kommissar Günther Oettinger, der die Festrede hielt.

Oettinger erinnerte an die politischen Verwerfungen des Europas von 1914 und 1939, um die Verdienste der Nachkriegspolitiker zu würdigen, Robert Schuman und Jean Monnet voran, die einem bis heute beispiellos befriedeten Europa den Weg geebnet hätten. Seither spiele das einvernehmliche deutsch-französische Verhältnis eine unverzichtbare Rolle, der sich beide Länder verantwortungsvoll bewußt sein müßten. Wenn sich das kleine Europa gegenüber den Weltwirtschaftsmächten Amerika und Asien in einer G 3 einflußnehmend und gestaltend behaupten wolle, ginge das nicht ohne die anderen EU-Mitgliedstaaten integrierende politische und wirtschaftliche Leistung von Frankreich und Deutschland. Das sei nur möglich, wenn international mehr zusammengearbeitet werde, Beispiel Airbus, und wenn überhaupt mehr gearbeitet werde. Möglicherweise bis 70. Wofür der EU Kommissar überzeugten Beifall erhielt.

Auch Gastgeber Hermann Bareiss sprach in seiner Begrüßung die Friedensverdienste der Unterzeichner des in diesem Jahr 50 Jahre alt werdenden Elysée-Vertrags an, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Den beiden Pionieren sei es zu danken, daß es auch nach Stimmungstälern in der deutsch-französischen Freundschaft immer auf jene Höhe hinaufgehe, von der aus man in eine Landschaft des Friedens blicke, die den Nachfolgegenerationen zu bewahren sei.

Gastfreundschaft hingegen, so Bareiss, kenne keine Stimmungstäler. Es gehe nicht im Streit aufeinander los, wer bei Tisch das Glas aufeinander hebe. In diesem Sinne baten er und Hannes Bareiss zu Tisch in die Restaurants des Hotels, wo man bis in den frühen Abend beim traditionellen „Déjeuner Amical Franco-Allemand“ die deutsch-französische Freundschaft hochleben ließ.

Mitteltal, Juli 2013