Genial und menschenfreundlich

Hermann Bareiss wird 70

Vorzeige-Hotelier, Gastgeber von Gnaden, europäisch denkender und handelnder Deutscher, überzeugter Mitteltäler: Der 70. Geburtstag, den Hermann Bareiss Ende März feierte, trug dem Patron des „Best Resort of Europe“ (Grand Prix Villégiature 2012) eine Fülle öffentlicher Anerkennung eines über 50 Jahre hinweg erfolgreichen Unternehmerlebens ein.

Beim Festakt zum runden Geburtstag in der Weißenbachhalle in Baiersbronn-Mitteltal dankten zunächst die beiden Söhne ihrem Vater für das ihnen mitgegebene Gen der Gastgeberschaft: der ältere Bruder, Christian Bareiss, als selbständiger Unternehmer seines Restaurants „Dorfstube“ in Düsseldorf; der jüngere, Hannes Bareiss, als Junior-Partner in unternehmerischer Vollverantwortung im väterlichen Betrieb.

In seinem Grußwort umriß EU-Kommissar Günther H. Oettinger das politische Plateau, auf dem er das Engagement des Mitteltaler Hausherrn für die deutsch-französische Freundschaft und den Tourismus ansiedelte. Bareiss setze mit seinen Einladungen an die französischen Nachbarn, ihren Nationalfeiertag am 14. Juli seit 20 Jahren im Bareiss zu feiern, in die Tat um, was Politiker und Diplomaten in internen Verhandlungen und öffentlichen Reden stets beschwörten: Das Einvernehmen Deutschlands und Frankreichs als tragendes und unverzichtbares Fundament der europäischen Einheit anzusehen und dafür Zeichen zu setzen: Hermann Bareiss mit seinen Mitteln als geborener Gastgeber in einem der führenden Hotels in Europa.

In seiner Festrede zeichnete Hans Peter O. Breuer, Autor des aktuell erschienenen Buchs „Bareiss. Der Unternehmer. Das Unternehmen.“, ein ebenso launiges wie kennerisches Porträt des Jubilars. An öffentlichen Ehren habe Bareiss alles erfahren, was in seinem Beruf zu erfahren sei. Vom Bundesverdienstkreuz bis zur Auszeichnung mit dem Orden des „Chevalier de la Légion d’Honneur“, fachliche Ehrungen inbegriffen, vom besten Frühstücksbuffet in Deutschland bis hin zum besten europäischen Resort.

Breuer benannte einige elementare Voraussetzungen des Erfolgs: Ausdauer in der Verfolgung eines Ziels; die Detailanalyse der Mittel, die zum Ziel führten; ein starkes Team. Sowie die Fähigkeit, „aus der Vogelschau professioneller Souveränität zu erkennen“, was dem „Wohl des Gastes, der Prosperität des Unternehmens, dem Gedeih des Standorts und der Zukunftssicherung des Berufsstands dienlich ist.“

Hermann Bareiss habe sich nie nur innerbetrieblich engagiert. Dem Anliegen Nachhaltigkeit habe er sich mit der Aufzucht des Hinterwälder Weiderinds und dem Einsatz für Landschaftserhaltung und -pflege ebenso gewidmet wie der touristischen Aufwertung des Standorts mit dem „Baiersbronner Wanderhimmel“ und der hoteleigenen Wanderhütte Sattelei. Die Aus- und Weiterbildung in der Branche habe durch seine Gründung des Fördervereins „FHG“ zwei neue Schulmodelle und zwei neue duale Studiengänge erhalten.

Den Unternehmer Bareiss nannte Breuer „genial“ vor dem Hintergrund einer produktiven Schaffenskraft, die Fakten schaffe, die von Dauer und Bestand seien. Den Patron und Gastgeber nannte er „menschenfreundlich“ als jemanden, der andere „Schönes sehen, Harmonisches erleben, Gäste und Freunde das Leben genießen lassen wolle.“

Ausführlich würdigte Michael Ruf, Bürgermeister von Baiersbronn, den Sohn der Gemeinde, der Mitteltal durch sein außerordentlich breites Engagement für Tourismus, Bürger und Gemeinde zu dem guten Ruf verholfen habe, den es über die Landesgrenzen genießt. Zum Dank für Bareiss‘ Verdienste sowie in Anerkennung der Pionierleistung seiner Mutter, der Hotelgründerin, wird die Straße, die zum „Best Resort in Europe“ führt, nunmehr in Hermine-Bareiss-Weg umbenannt.

Bareiss selber wiederholte in seinen Danksagungen mehrfach, daß sein 70. Geburtstag nicht den Rückzug ins Private bedeute. Sondern daß er sich nach Jahren der Pflicht in der nunmehr anbrechenden Phase der Kür den Menschen und Projekten widmen wolle, die ihm am Herzen lägen: die Gäste des Hauses, die Mitarbeiter- und Nachwuchspflege über den eigenen Betrieb hinaus sowie die wirtschaftspolitische Aufwertung und Besserstellung des Tourismus im Lande.

Sein Bekenntnis zum Schluß: „Ich bin mit Leib und Seele Gastwirt gewesen und bin es noch. Und deswegen mache ich das Bareiss: Um andere glücklich zu machen.“

 

Baiersbronn-Mitteltal, März 2014