„Hochburg der deutsch-französischen Freundschaft“

Im Hotel Bareiss feiern 320 Franzosen ihren Nationalfeiertag

Zum 20. Mal in Folge hat das Hotel Bareiss seine französischen Nachbarn und Freunde eingeladen, ihren Nationalfeiertag am 14. Juli im Baiersbronner Ferienresort zu feiern. 320 Gäste nahmen die Einladung an und trafen sich zum festlichen Empfang, bei dem man nicht nur auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit anstieß, sondern auch auf den am Vorabend vom deutschen Team geholten Titel der Fußball-WM.

In ihrer Begrüßung zum traditionellen Déjeuner amical franco-allemand betonten Hermann Bareiss und Hannes Bareiss den gutnachbarlichen Charakter des Festes als eine Hommage an die deutsch-französische Freundschaft, die zwar keine politische Ambition, gleichwohl eine politische Note habe.

Diese dokumentierte eindrucksvoll die aus dem Elsaß angereiste Politiker-Prominenz: Straßburgs Oberbürgermeister Roland Ries, der Vizepräsident des Conseil Régional d’Alsace Francois Loos sowie Vertreter des deutschen Konsulats und der Fondation Entente Franco-Allemand in Straßburg. Gekommen waren auch der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel sowie der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, die beide bei früheren Gelegenheiten die Festrede gehalten hatten.

In diesem Jahr hielt die Rede der frühere Minister und amtierende Präsident des Conseil régional d’Alsace, Philippe Richert. Mit einem engagierten Plädoyer für die europäische Einheit knüpfte er an den Appell vorjähriger Festredner wie Günther Oettinger oder André Bord an. Seinen Landsleuten redete er ins Gewissen, sich Reformen nicht zu verweigern, an die ein dringend gebrauchtes Wirtschaftswachstum notwendig gebunden sei. Er stellte Deutschland als Beispiel vor, das sich vom einst „schwachen Mann Europas“ mit seinem Mut für die europäische Union und für konsequente Reformen als Vorbild gegen die euroskeptischen Länder behaupte. Hermann Bareiss nannte Richert einen Unternehmer, der es verstehe, Freundschaft zwischen den Grenznachbarn zu schaffen: „Das Bareiss ist eine Hochburg der deutsch-französischen Freundschaft.“

Hermann Bareiss seinerseits  sprach die beinahe 70jährige Friedenszeit nach Ende des zweiten Weltkriegs an und die tragende Rolle Frankreichs und Deutschlands darin. Den Frieden zu wahren und zu sichern, dazu habe entscheidend die Gesprächskultur beider Nationen beigetragen: „Selbst bei der größten unterschiedlichen Auffassung von politischen Problemen und Prozessen: solange die Stimmen sprechen, schweigen die Waffen. “ Auch die seit historischem Beginn der binationalen Freundschaft gepflegte Tafelkultur habe das harmonische Miteinander im Atmosphärischen gefördert, von Adenauer und de Gaulle bis zu Merkel und Hollande.

Beides, Gesprächs- wie Tischkultur, bestimmen seit 20 Jahren auch den 14. Juli im Bareiss: durch Festsprecher, die sich über geschichtliche Herkünfte, Zusammenhänge und Aktuelles äußern. Und durch das festliche Déjeuner amical franco-allemand, zu dem die Gäste auch in diesem Jahr in die Restaurants des Hotels geladen waren, bei geräuchertem Lachs, gebratenem Loup de mer und Filet vom Milchkalb. Das Schwarzwälder Kirschtörtchen zum Dessert hat nicht gefehlt.

Baiersbronn-Mitteltal, 14. Juli 2014